Pflegeversicherung

Pflegerin umarmt herzlich eine ältere Frau im Freien

Pflegeversicherung – Absicherung bei Pflegebedürftigkeit

Was ist eine Pflegeversicherung?

Die Pflegeversicherung übernimmt einen Teil der Kosten, wenn Sie aufgrund von Krankheit oder Alter pflegebedürftig werden.

Warum ist die Pflegeversicherung wichtig?

Pflege kann schnell hohe Kosten verursachen. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Teil davon ab. Dadurch kann eine erhebliche Finanzierungslücke entstehen.

Welche Leistungen bietet die Pflegeversicherung?

  • Pflegegeld bei häuslicher Pflege durch Angehörige
  • Pflegesachleistungen für professionelle Pflege
  • Zuschüsse für die stationäre Pflege
  • Unterstützung bei Pflegehilfsmitteln

Wichtige Begriffe

  • Pflegegrade – Die Pflegegrade 1 bis 5 beschreiben die Schwere der Beeinträchtigung und bestimmen den Leistungsumfang.
  • Ambulante und stationäre Pflege – Die pflegebedürftige Person kann zu Hause durch Angehörige und einen ambulanten Pflegedienst betreut oder dauerhaft in einer Pflegeeinrichtung versorgt werden.
  • Eigenanteil – Trotz Versicherung ist mit einem Eigenanteil zu rechnen. 

Für wen ist die Pflegeversicherung relevant?

  • Die Pflegeversicherung ist Pflichtversicherung für alle gesetzlich und privat Versicherten.
  • Besonders wichtig ist sie für ältere Menschen und Familien.

Wann greift die Pflegeversicherung?

Leistungen können nach der offiziellen Einstufung in einen Pflegegrad beansprucht werden. Dafür wird die Pflegebedürftigkeit begutachtet.

Welche privaten Pflegezusatzversicherungen gibt es?

1

Pflegetagegeld­versicherung

Der Marktstandard

Die Pflegetagegeldversicherung ist eine häufig gewählte Form der privaten Pflegevorsorge. Sie vereinbaren einen festen Tagessatz, beispielsweise 50 € pro Tag, den die Versicherung im Pflegefall auszahlt.

Auszahlung

Je nach Pflegegrad gibt es einen Pauschalbetrag.

Verwendung

Völlig frei. Sie können damit das Pflegeheim bezahlen, eine 24-Stunden-Kraft finanzieren oder das Geld einfach Ihren pflegenden Angehörigen als „Dankeschön“ geben.

Vorteil

Maximale Flexibilität. Es müssen keine Rechnungen eingereicht werden; die Einstufung in einen Pflegegrad reicht als Nachweis.

2

Pflegekosten­versicherung

Der Kostenerstatter

Diese Versicherung funktioniert ähnlich wie eine klassische Krankenversicherung.

Leistung

Sie erstattet die tatsächlich anfallenden Kosten, die nach der Vorleistung der gesetzlichen Pflegekasse übrig bleiben, zum Beispiel durch eine Verdopplung der gesetzlichen Leistung.

Nachweis

Sie müssen Rechnungen vom Pflegedienst oder Pflegeheim einreichen.

Vorteil

Oft günstigere Beiträge, da nur reale Kosten gedeckt werden. Aber: Wenn Angehörige Sie pflegen, fließt hier meist kein oder nur sehr wenig Geld, da keine „Rechnungen“ entstehen.

3

Pflegerenten­versicherung

Die Spar-Kombination

Dies ist eine Form der Lebensversicherung. Wenn Sie pflegebedürftig werden, zahlt die Versicherung eine lebenslange monatliche Rente.

Beitrag

Deutlich höher als beim Tagegeld, da hier Kapital angespart wird.

Sicherheit

Die Beiträge sind über die gesamte Laufzeit garantiert stabil. Beim Tagegeld können sie steigen.

Besonderheit

Wenn Sie sterben, ohne pflegebedürftig geworden zu sein, erhalten die Hinterbliebenen je nach Tarif einen Teil der eingezahlten Beiträge zurück.

Wovon hängen Pflegekosten und Eigenanteil ab?

  • Die Höhe des Pflegebedarfs trifft auf den gedeckelten Leistungsbetrag.
  • Die Art der Pflege (ambulant oder stationär).
  • Regional vorherrschende Kostenunterschiede, basierend zum Beispiel auf Lohnkosten und Instandhaltungskosten.

Häufige Missverständnisse

  • „Die Pflegeversicherung deckt alle Kosten.“ → Das ist nicht richtig. Sie ist als Teilabsicherung zu verstehen.
  • „Die Pflegeabsicherung ist nur im Alter relevant.“ → Das ist falsch. Pflegebedürftigkeit kann grundsätzlich in jedem Alter eintreten.
  • „Meine Familie muss mich im Pflegefall nicht unterstützen.“ → Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Abhängig von der persönlichen und finanziellen Situation kann Unterstützung durch die Familie erforderlich sein.

Praxisbeispiele

Beispiel 1 – Pflege zu Hause


Eine berufstätige Tochter entscheidet sich, ihren Vater zu Hause zu pflegen. Das Pflegegeld der Pflegeversicherung unterstützt die häusliche Pflege finanziell.

Beispiel 2 – Pflege im Pflegeheim


Mit der Zeit übersteigen die anfallenden Pflegekosten für den Vater die Leistungen der Pflegeversicherung. Die verbleibenden Kosten müssen durch einen Eigenanteil finanziert werden.

Checkliste

  • Prüfen Sie Ihre bestehende Pflegeabsicherung frühzeitig.
  • Kalkulieren Sie einen möglichen Eigenanteil.
  • Schauen Sie, ob eine private Zusatzversicherung sinnvoll ist.
  • Wir prüfen mit Ihnen gemeinsam die verschiedenen Formen der privaten Pflegevorsorge.

Weiterführende Themen

👉 Pflegezusatzversicherung – Schutz vor finanziellen Risiken im Pflegefall
👉 Gesetzliche Krankenversicherung – Solidarsystem für die medizinische Grundversorgung
👉 Private Krankenversicherung – Individueller Gesundheitsschutz mit flexiblen Leistungen

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