Versicherungs-Glossar – Wichtige Begriffe einfach erklärt

Grundbegriffe, die Sie bei vielen Versicherungen finden

Versicherungsbeitrag

Der Versicherungsbeitrag ist der Betrag, den Sie regelmäßig an Ihre Versicherung zahlen – meist monatlich oder jährlich. Die Höhe hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie Ihrem Alter, dem gewählten Leistungsumfang und dem individuellen Risiko.

Ein höherer Leistungsumfang oder ein höheres Risiko führen in der Regel zu einem höheren Beitrag.

Praxisbeispiel: Wie setzt sich Ihr Versicherungsbeitrag zusammen?

Stellen wir uns zwei verschiedene Szenarien für denselben Fahrer und dasselbe Fahrzeug vor. Hier sehen Sie, wie die Wahl des Leistungsumfangs und das individuelle Risiko den Beitrag beeinflussen:

Faktor
Szenario A (Basis-Schutz)

Szenario B (Rundum-Schutz)

Fahrertyp

Erfahrene Autofahrerin (40 J.)

Erfahrene Autofahrerin (40 J.)

Jährliche Fahrleistung

6.000 km

20.000 km
Leistungsumfang
Nur Kfz-Haftpflicht

Haftpflicht + Vollkasko
Leistungsumfang
Keine (da nur Haftpflicht)

300 €

Geschätzter Beitrag

ca. 250 €/Jahr

ca. 1.100 €/Jahr

Warum ist der Beitrag in Szenario B höher?

  1. Erweiterter Schutz: In Szenario B ist nicht nur der Schaden anderer versichert, sondern auch das eigene Auto bei Unfällen oder Vandalismus (Vollkasko). Diese Mehrleistung kostet einen Aufpreis.
  2. Sicherheitspaket: Durch den Einschluss des Schutzbriefs erhält die Fahrerin zusätzliche Hilfe bei Pannen. Mehr Service führt hier zu einem leicht höheren Beitrag.

Tjara-Tipp:

Denken Sie daran: Ein günstiger Beitrag ist gut, aber der Schutz muss zu Ihrem Sicherheitsbedürfnis passen. Wir finden für Sie die Balance zwischen Kosten und Leistung.

Selbstbeteiligung

Die Selbstbeteiligung ist der Anteil, den Sie im Schadenfall selbst bezahlen. Erst wenn die Kosten darüber hinausgehen, übernimmt die Versicherung den restlichen Betrag.

Eine höhere Selbstbeteiligung senkt meist Ihren Versicherungsbeitrag, bedeutet aber auch, dass Sie im Schadenfall stärker finanziell beteiligt sind.

Posten
Tarif OHNE Selbstbeteiligung

Tarif MIT 150 € Selbstbeteiligung
Reparaturkosten
1.200 €

1.200 €

Ihr Anteil

0 €

150 €

Leistung der Versicherung

1.200 €

1.050 €

Jährlicher Versicherungsbeitrag

höher
niedriger

Warum lohnt sich eine Selbstbeteiligung?

  1. Beitrag sparen: Schon eine geringe Selbstbeteiligung von 150 € oder 300 € kann Ihren jährlichen Beitrag um 10 % bis 25 % senken. Über die Jahren sparen Sie so oft mehr ein, als Sie im Falle eines Schadens selbst zahlen müssten. 
  2. Kleinstschäden: Versicherungen sind vor allem für große existenzbedrohende Schäden da. Durch die Selbstbeteiligung vermeiden Sie, dass jede winzige Reparatur gemeldet werden muss, was Ihren Vertrag “sauber” hält. 

Tjara-Tipp:

Wir rechnen gern für Sie aus, ab wann sich eine höhere Selbstbeteiligung für Sie finanziell wirklich rechnet. Oft ist der Break-Even-Point schon nach zwei schadenfreien Jahren erreicht. 

Deckungssumme (Versicherungssumme)

Die Deckungssumme gibt an, bis zu welchem Betrag die Versicherung im Schadenfall maximal leistet. Sie bildet also die Obergrenze der Leistung.

Gerade bei Haftpflichtversicherungen ist eine ausreichend hohe Deckungssumme entscheidend, da insbesondere Personenschäden sehr hohe Kosten verursachen können. Ist die Deckungssumme zu niedrig, müssen Sie die Differenz selbst tragen.

Praxisbeispiel: Der Großbrand (Hausratversicherung)

Stellen Sie sich vor, durch einen technischen Defekt kommt es zu einem Brand, der Ihre gesamte Wohnungseinrichtung zerstört.


Posten

Szenario A: Summe zu niedrig

Szenario B: Summe passend

Tatsächlicher Wert des Hausrats

75.000 €

75.000 €

Vereinbarte Versicherungssumme

50.000 €

80.000 €

Auszahlung der Versicherung

50.000 €

75.000 €

Ihr finanzieller Verlust

25.000 €

0 €

Warum ist die richtige Versicherungssumme so wichtig?

  1. Vermeidung von Unterversicherung: Wie Sie an Beispiel A sehen, bleiben Sie auf hohen Kosten sitzen, wenn die Summe zu niedrig angesetzt wird. 
  2. Haftpflicht-Besonderheit: Gerade bei der Kfz- oder Privathaftpflicht können Personenschäden (Behandlungskosten, Rentenzahlungen) schnell in die Millionen gehen. Hier ist eine sehr hohe Versicherungssumme (zum Beispiel 50 oder 100 Mio. €) Ihr Schutz vor dem lebenslangen Ruin. 
  3. Beitragsrelevanz: Je höher die Versicherungssumme, desto höher ist in der Regel auch der Versicherungsbeitrag – allerdings steigen die Kosten meist nur minimal, während der Schutz massiv zunimmt. 

Tjara-Tipp:

Wir helfen Ihnen dabei, die Versicherungssumme so zu wählen, dass Sie weder “unterversichert” (Lücke im Ernstfall) noch “überversichert” (zu hoher Beitrag für unnötige Summen) sind. 

Versicherungsfall (Schadensfall)

Ein Versicherungsfall liegt vor, wenn ein Ereignis eintritt, das laut Versicherungsvertrag abgesichert ist – zum Beispiel ein Unfall, ein Diebstahl oder ein Wasserschaden.

Nur wenn ein solcher definierter Fall eintritt, besteht Anspruch auf Leistungen aus der Versicherung.

Was passiert im Versicherungsfall?

  1. Eintritt des Ereignisses: Ein Schaden passiert, oder eine Forderung wird gegen Sie erhoben.
  2. Meldepflicht: Bitte melden Sie uns den Vorfall unverzüglich, damit wir für Sie mit der Versicherung in Klärung gehen können.  
  3. Prüfung: Die Versicherung prüft, ob das Ereignis während der Vertragslaufzeit eingetreten, und ob es durch Ihre Bedingungen abgedeckt ist. 
  4. Regulierung: Wenn die Prüfung positiv ausfällt, wird der Schaden reguliert – also die Rechnung bezahlt, der Anwalt vergütet oder der Schaden am Auto behoben.

Tjara-Tipp:

Im Schadenfall ist die Dokumentation alles. Machen Sie Fotos, notieren Sie Zeugen und melden Sie uns den Versicherungsfall so schnell wie möglich. Wir unterstützen Sie bei der kompletten Kommunikation mit dem Versicherer. 

Obliegenheiten (Verhaltenspflichten)

Obliegenheiten sind die Pflichten, die Sie als Versicherungsnehmer einhalten müssen, damit Ihr Versicherungsschutz voll erhalten bleibt.– zum Beispiel Schäden zu vermeiden oder korrekt zu melden.

Wenn Sie diese Pflichten verletzen, kann die Versicherung ihre Leistung kürzen oder ganz verweigern.

Praxisbeispiel: Der Rohrbruch (Wohngebäudeversicherung)

Stellen Sie sich vor, Sie verreisen im Winter für zwei Wochen. Ein Rohr platzt und flutet das Haus. 


Situation

Obliegenheit erfüllt?

Folge

Sie haben die Heizung angelassen und jemanden gebeten, regelmäßig nach dem Rechten zu sehen.

Ja

Die Versicherung zahlt den vollen Schaden.

Sie haben die Heizung komplett abgestellt und die Wasserleitungen nicht geleert (Frostschutz missachtet).

Nein

Die Versicherung kann die Leistung wegen grober Fahrlässigkeit kürzen.

Sie bemerken den Schaden nach der Rückkehr, warten aber noch 10 Tage mit der Meldung.

Nein

Die Verletzung der Anzeigepflicht kann dazu führen, dass Sie auf Kosten sitzen bleiben.

Was sind folglich die wichtigsten Obliegenheiten?

  1. Anzeigepflicht: Sie müssen einen Schaden unverzüglich melden. 
  2. Schadenminderungspflicht: Sie müssen alles Zumutbare tun, um den Schaden nicht größer werden zu lassen (zum Beispiel bei einem Leck sofort den Haupthahn zudrehen).
  3. Auskunftspflicht: Sie müssen den Schaden wahrheitsgemäß und vollständig schildern. 
  4. Gefahrerhöhung melden: Wenn Sie zum Beispiel ein Gerüst am Haus aufstellen lassen (Einbruchrisiko!), müssen Sie das der Versicherung vorab mitteilen. 

Tjara-Tipp:

Das Einhalten der Obliegenheiten ist einfacher, als es klingen mag. Im Grunde geht es darum, sich so zu verhalten, als wäre man gar nicht versichert. Wenn Sie uns einen Schaden sofort melden, helfen wir Ihnen dabei, alle Pflichten fristgerecht zu erfüllen. 

Leistungsumfang

Der Leistungsumfang beschreibt genau, welche Schäden und Ereignisse durch Ihre Versicherung abgedeckt sind. Er ist im Vertrag geregelt und kann je nach Tarif unterschiedlich ausfallen.

Ein genauer Blick auf den Leistungsumfang ist wichtig, um zu verstehen, wofür Sie tatsächlich abgesichert sind – und wofür nicht.

Praxisbeispiel: Privathaftpflicht (Basis vs. Premium)

Zwei Nachbarn haben eine Privathaftpflichtversicherung, aber mit unterschiedlichem Leistungsumfang. Beiden passiert dasselbe Missgeschick: Sie verlieren den Generalschlüssel ihrer Mietwohnanlage. 


Merkmal

Nachbar A (Basis-Leistung)

Nachbar B (Premium-Leistung)

Gefahr

Verlust privater Schlüssel

Verlust privater Schlüssel

Leistungsumfang

Nur Sach- und Personenschäden

Inkl. „Verlust fremder privater Schlüssel“

Kosten für Schlossaustausch

ca. 3.000 €

ca. 3.000 €

Versicherung zahlt

0 € (da nicht im Umfang)

3.000 € (da eingeschlossen)

Warum ist der Leistungsumfang wichtiger als der Preis?

  1. Individuelle Bedürfnisse: Ein Standard-Leistungsumfang reicht oft aus, aber, wer beispielsweise ein Wasserbett hat, teure Drohnen fliegt oder ehrenamtlich arbeitet, braucht einen erweiterten Umfang.
  2. Sicherheit im Detail: Oft sind es die kleinen Bausteine, die eine finanzielle Rettung erst möglich machen. 
  3. Anpassbarkeit: Bei Tjara achten wir darauf, dass der Leistungsumfang mit Ihrem Leben mitwächst. Wenn Sie vom Mieter zum Eigenheimbesitzer werden, muss sich der Umfang zwingend ändern. 

Tjara-Tipp:

Vergleichen Sie nicht nur die Beiträge/Preise. Ein vermeintliches Schnäppchen entpuppt sich oft als teure Falle, wenn im entscheidenden Moment der benötigte Baustein im Leistungsumfang fehlt.

Ausschlüsse

Ausschlüsse sind Situationen oder Schäden, die ausdrücklich nicht von der Versicherung übernommen werden.

Typische Beispiele sind vorsätzlich verursachte Schäden oder bestimmte Risiken, die nur durch Zusatzbausteine abgesichert werden können. Diese Ausschlüsse sind im Vertrag klar geregelt.

Praxisbeispiel: Was ist fast immer ausgeschlossen?

Stellen wir uns verschiedene Szenarien vor, in denen Kunden oft fälschlicherweise denken, sie seien versichert. 

EreignisVersicherungStatus
Grund für den Ausschluss

Verschleiß (zum Beispiel Reifen abgefahren)

Kfz-Versicherung

Versicherungen decken plötzliche Ereignisse, keine normale Abnutzung.

Krieg oder Kernenergie

Fast alle Versicherungen


Diese Großrisiken sind für private Versicherer nicht kalkulierbar.

Vorsatz (Absichtliches Handeln)

Alle Versicherungen


Wer einen Schaden mit Absicht herbeiführt, verliert jeglichen Anspruch.

Eigenschäden (Sie fahren Ihr eigenes Zweitauto an)

Haftpflicht


Man kann sich nicht gegenüber sich selbst haftpflichtig machen.

Warum gibt es Ausschlüsse?

  1. Sie halten die Beiträge stabil: Würden Versicherungen auch für normalen Verschleiß oder absichtliches Handeln zahlen, wären die Beiträge für alle unbezahlbar hoch. 
  2. Sie ermöglichen Abgrenzungen: Manche Risiken gehören in spezialisierte Verträge. So sind Schäden durch Erdbeben in der normalen Wohngebäudeversicherung oft ausgeschlossen, außer, man schließt den Baustein “Elementargefahren” explizit ein. 
  3. Rechtliche Gründe: Vorsätzliche Straftaten dürfen in Deutschland aus moralischen und rechtlichen Gründen nicht versichert werden.

Tjara-Tipp:

Lesen Sie besonders bei Ausschlüssen ganz genau. Wir von Tjara helfen Ihnen dabei, “versteckte” Ausschlüsse zu finden und diese – falls nötig und möglich – durch Zusatzbausteine wieder in den Schutz einzuschließen.

Wartezeit

Die Wartezeit ist ein Zeitraum nach Vertragsbeginn, in dem noch kein oder nur eingeschränkter Versicherungsschutz besteht.

Sie wird vor allem bei Kranken- oder Rechtsschutzversicherungen angewendet, um zu verhindern, dass Versicherungen erst unmittelbar vor einem Schaden abgeschlossen werden.

Warum gibt es überhaupt Wartezeiten?

  1. Vermeidung von Zweck-Abschlüssen: Die Versicherung will verhindern, dass jemand den Vertrag erst abschließt, wenn der Schadenfall bereits absehbar ist – zum Beispiel, wenn die zu versichernde Zahnbehandlung bereits ansteht.
  2. Solidargemeinschaft: Wartezeiten schützen die anderen Versicherten davor, dass die Beiträge steigen, weil zu viele “Sofort-Schäden” finanziert werden müssen. 

Gibt es auch Ausnahmen?

Ja, es gibt eindeutige Ausnahmen:

  1. Unfälle: Bei plötzlichen Ereignissen wie einem Verkehrsunfall (Rechtsschutz) oder einem Unfall, der Zahnersatz nötig macht, entfällt die Wartezeit in der Regel völlig. Hier gilt der Schutz ab dem ersten Tag.
  2. Versicherungswechsel: Wenn Sie lückenlos von einer Versicherung zur nächsten wechseln, verzichtet der neue Anbieter bei gleichem Leistungsumfang oft auf eine erneute Wartezeit.  

Tjara-Tipp:

Wir wissen genau, welche Tarife auf Wartezeiten verzichten, oder, wo diese besonders kurz sind. Planen Sie vorausschauend – eine Versicherung ist eine Vorsorgemaßnahme, keine “Reparatur-Garantie” für aktuelle Probleme. 

Laufzeit und Kündigung

Die Laufzeit beschreibt, wie lange ein Versicherungsvertrag gilt. Viele Verträge haben eine Mindestlaufzeit (zum Beispiel ein Jahr) und verlängern sich automatisch, wenn sie nicht rechtzeitig gekündigt werden.

Die Kündigungsfrist beträgt häufig ein bis drei Monate vor Ablauf der Vertragslaufzeit.

Was ist rund um das Vertragsende zu beachten?

  1. Ordentliche Kündigung: Die reguläre Kündigung zum Ende der Laufzeit (meist einen bis Monate Frist).
  2. Außerordentliches Kündigungsrecht (z. B. nach reguliertemSchadenfall): Sie dürfen den Vertrag sofort, bzw. innerhalb von vier Wochen, beenden.
  3. Sonderkündigungsrecht (z. B. bei Beitragserhöhung): Wenn die Versicherung die Beiträge erhöht, ohne die Leistungen zu verbessern. 
  4. Tägliche Kündbarkeit: Einige moderne Tarife, die wir bei Tjara anbieten, haben zwar eine Laufzeit von einem Jahr, lassen sich aber täglich oder monatlich kündigen. Das bietet Ihnen maximale Freiheit. 
  5. Stillschweigende Verlängerung: Wenn weder Sie noch die Versicherung kündigen, verlängert sich der Vertrag automatisch um die vereinbarte Periode (meist ein weiteres Jahr).

Tjara-Tipp:

Wir behalten Ihre Kündigungsfristen für Sie im Auge. Dank unserer digitalen Verwaltung erinnern wir Sie rechtzeitig, wenn ein Wechsel sinnvoll ist, damit Sie nie unnötig lang in einem alten Vertrag feststecken. 

Neuwert vs. Zeitwert

Der Neuwert ist der Betrag, den Sie aufwenden müssten, um einen beschädigten Gegenstand heute neu zu kaufen.

Der Zeitwert berücksichtigt dagegen Alter, Abnutzung und Wertverlust. Viele gute Versicherungen leisten zum Neuwert, da Sie damit Ihren ursprünglichen Zustand besser wiederherstellen können.

Praxisbeispiel: Der kaputte Fernseher

Stellen Sie sich vor, durch einen Blitzschlag geht Ihr fünf Jahre alter Fernseher kaputt. Damals hat der Fernseher 1.200 € gekostet. Ein vergleichbares Neugerät kostet heute 1.000 €. Aufgrund des Alters wäre das Gerät heute nur noch 300 € wert.


Abrechnung nach …

Auszahlung der Versicherung

Ihr Vorteil

… Neuwert

1.000 €

Sie können sich sofort einen neuen Fernseher kaufen.

… Zeitwert

300 €

Sie müssen 700 € selbst zuzahlen, um ein neues Gerät zu erhalten.

Warum ist das für Sie wichtig?

  1. Hausrat und Wohngebäude: In diesen Versicherungen ist die Neuwertentschädigung der Standard. Das ist auch gut so, denn nach einem Wohnungsbrand möchten Sie Ihre Einrichtung ja neu kaufen und nicht gebraucht zusammensuchen.
  2. Kfz-Versicherung: Hier ist der Zeitwert (oder Wiederbeschaffungswert) üblich. Da Autos schnell an Wert verlieren, zahlt die Versicherung das, was der Wagen kurz vor dem Unfall wert war.  (Tjara-Besonderheit: In der Vollkasko gibt es oft eine Neuwert- oder Kaufpreisentschädigung für die ersten 12 bis 36 Monate).
  3. Haftpflicht: Wenn Sie bei jemand anderem etwas beschädigen, zahlt die Haftpflicht gesetzlich vorgeschrieben nur den Zeitwert. Das führt oft zu Streit unter Freunden “Ich hab dir die Brille kaputt gemacht, aber die Versicherung zahlt nur die Hälfte!”)

Tjara-Tipp:

Achten Sie bei hochwertigen Anschaffungen (wie E-Bikes oder teurer Elektronik) immer darauf, dass der Tarif zum Neuwert entschädigt. Nichts ist ärgerlicher, als im Schadenfall festzustellen, dass das Geld nur für ein gebrauchtes Ersatzteil reicht.  

Unterversicherung

Eine Unterversicherung liegt vor, wenn die vereinbarte Versicherungssumme niedriger ist als der tatsächliche Wert des versicherten Risikos.

In diesem Fall kann die Versicherung im Schadensfall die Leistung anteilig kürzen. Ein sogenannter Unterversicherungsverzicht schützt Sie vor diesem Risiko.

Praxisbeispiel:

Stellen Sie sich vor, Sie besitzen Hausrat im Wert von 100.000 €. Um Beitragskosten zu sparen, haben Sie im Vertrag aber nur eine Versicherungssumme von 50.000 € angegeben. Sie sind also zu 50 % unterversichert. 

Nun passiert ein Teilschaden: Ein Wasserschaden zerstört Ihre Küche und das Parkett im Wohnzimmer. Der Schaden beträgt 10.000 €. 

Berechnung
Ergebnis

Tatsächlicher Wert des gesamten Hausrats

100.000 €

Gewählte Versicherungssumme
50.000 € (50 % des Wertes)

Entstandener Schaden

10.000 €

Auszahlung der Versicherung

5.000 €

Ihr finanzieller Verlust

5.000 €

Tarif/Versicherungsvariante

Ein Tarif beschreibt eine bestimmte Kombination aus Leistungen, Beiträgen und Bedingungen innerhalb einer Versicherung.

Versicherer bieten ihre Produkte meist in verschiedenen Abstufungen an. Diese Varianten ermöglichen es Ihnen, den Schutz genau an Ihr Budget und Ihr Sicherheitsbedürfnis anzupassen. Während die Basis-Variante oft nur den gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt, bieten Top-Tarife zahlreiche Zusatzleistungen, die im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen. 

Praxisbeispiel: Die Privathaftpflicht

So können sich die Tarif-Varianten bei einem typischen Versicherer unterscheiden: 


Leistung

Basis-Tarif

Komfort-Tarif

Premium-Tarif

Versicherungssumme

5 Mio. €

15 Mio. €

50 Mio. €
Forderungsausfall
❌ Nein

✅ Ja

✅ Ja

Grobe Fahrlässigkeit

❌ Nein

✅ Ja

✅ Ja
Gefälligkeitsschäden
❌ Nein

❌ Nein

✅ Ja

Beitrag (Beispiel)

ca. 45 €/Jahr

ca. 60 €/Jahr

ca. 75 €/Jahr

Worauf Sie bei der Wahl der Variante achten sollten:

  1. Das Preis-Leistungs-Verhältnis: Oft kostet die Premium-Variante nur wenig mehr im Jahr, bietet aber ein Vielfaches an Sicherheit (zum Beispiel Schutz bei Verlust des Dienstschlüssels oder Schäden durch deliktunfähige Kinder).
  2. Die Must-haves: Es gibt Leistungen, die heute in keiner Variante mehr fehlen sollten – wie der Verzicht auf die Einrede bei grober Fahrlässigkeit. Wir filtern für Sie die Tarife heraus, die diese Standards bereits in der günstigen Variante liefern. 
  3. Zukunftssicherheit: Eine höhere Variante bietet oft Update-Garantien. Das bedeutet: Verbessert die Versicherung ihre Bedingungen für Neukunden, profitieren Sie automatisch davon, ohne den Vertrag wechseln zu müssen. 

Tjara-Tipp:

Lassen Sie sich nicht von “Basis”-Preisen locken. Wir analysieren Ihren Alltag und zeigen Ihnen genau, welche Tarifvariante für Ihre Lebenssituation sinnvoll ist, damit Sie weder Unnötiges zahlen müssen, noch im Regen stehen, wenn es drauf ankommt. 

Zusatzbausteine

Zusatzbausteine sind optionale Erweiterungen, mit denen Sie Ihren Versicherungsschutz individuell anpassen können.

Beispiele sind Elementarschutz bei der Wohngebäudeversicherung oder Fahrradschutz bei der Hausratversicherung. So wird aus einer Standardversicherung maßgeschneiderter Versicherungsschutz, der haargenau zu Ihrer Lebenssituation passt. Und: Sie zahlen nur das, was Sie wirklich brauchen.

Praxisbeispiel: Die Wohngebäudeversicherung

Zusatzbaustein
Was ist versichert?

Für wen ist das wichtig?
Elementarschäden
Schäden durch Hochwasser, Rückstau oder Erdrutsch.

Hausbesitzer in Gebieten mit Starkregen-Risiko.

Glasversicherung
Bruchschäden an Fenstern, Wintergärten oder Cerankochfeldern.
Häuser mit großen Glasfronten oder teuren Verglasungen.
Photovoltaik-Schutz
Schäden an der Solaranlage (auch Ertragsausfall).

Besitzer von PV-Anlagen auf dem Dach.
Ableitungsrohre
Reparatur von Rohren außerhalb des Grundstücks.
Besitzer von älteren Häusern mit langen Zuleitungen.

Warum sind Zusatzbausteine so praktisch?

  1. Flexibilität: Sie müssen nicht den teuersten Premium-Tarif wählen, um eine ganz bestimmte Leistung zu erhalten. Oft reicht ein Basis-Tarif plus ein gezielter Zusatzbaustein. 
  2. Kosteneffizienz: Sie vermeiden eine Überversicherung. Wer keine Solaranlage hat, muss auch nicht für deren Schutz bezahlen. 
  3. Lückenschluss: Mit Bausteinen wie dem Schutzbrief (Kfz) oder Forderungsausfalldeckung (Haftpflicht) schließen Sie gefährliche Lücken, die in Standardverträgen oft fehlen. 

Tjara-Tipp:

Vorsicht bei der “Doppelversicherung”. Manche Zusatzbausteine (wie die Glasversicherung) sind manchmal schon in der Hausratversicherung enthalten. Wir prüfen für Sie, welche Bausteine für Sie einen echten Mehrwert bieten und wo Sie sich das Geld sparen können. 

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